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Kirchenkritik ist oskarfähig

Zuletzt aktualisiert von Michael Wladarsch am 1. März 2016 - 17:54

Bester Film dieses Jahr: SPOTLIGHT
Ein Film über sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Boston

Die Handlung

Die Tageszeitung The Boston Globe bekommt im Jahr 2001 mit dem Journalisten Marty Baron einen neuen Herausgeber. Dieser liest in einem kleinen Abschnitt der Zeitung über den pädophilen Priester John Geoghan und Kardinal Bernard Law, den Erzbischof von Boston, welcher von Geoghans sexuellem Missbrauch von Kindernwusste, jedoch nichts dagegen tat. Er drängt sein hauseigenes Investigativ-Team Spotlight dazu, die Sache weiter zu erforschen.
Das Spotlight-Team beginnt so nach und nach den sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Boston aufzudecken und bringt in Erfahrung, dass die Taten bewusst vom Erzbistum Boston vertuscht wurden. Über den Ex-Priester Richard Sipe erfahren sie zusätzlich, dass es in Boston an die 90 Priester gibt, die sich an Kindern vergehen. Nach vielen Stunden der Recherche bringt das Team eine Liste von 87 Namen zusammen und versucht nun mit den Opfern ins Gespräch zu kommen, um den Verdacht zu bestätigen. Opferanwalt Mitchell Garabedian erwirkt, dass Michael Rezendes, einem der Journalisten, Dokumente zur Verfügung gestellt werden müssen, die bisher auf Druck der Kirche verschlossen gehalten wurden. Diese bestätigen, dass Kardinal Law von den Missständen wusste, sie jedoch wissentlich ignorierte.
Kurz bevor die Recherchen veröffentlicht werden sollen, gibt der Chef der Gruppe, Walter Robinson, zu, dass ihm im Jahr 1993 eine Liste von 20 pädophilen Priestern zugeschickt wurde, er die Sache damals jedoch nicht weiter verfolgt hatte. Der Artikel des Spotlight-Teams wird schließlich gedruckt und beinhaltet neben der Aufklärung der sexuellen Missbräuche und der Vertuschung der römisch-katholischen Kirche zudem eine Telefonnummer, an welche die Leser sich wenden können. Am nächsten Morgen wird das Spotlight-Team von eintreffenden Anrufen von Missbrauchsopfern geradezu überflutet.
Der Film endet mit verschiedenen, den Fall betreffenden Fakten und dem Hinweis, dass dem Boston Globe nach der Veröffentlichung der Recherchen 2003 der Pulitzer-Preis verliehen wurde.[1]